Kriminalitätsstatistik: Positive Zahlen dürfen nicht über Probleme bei der Polizei hinwegtäuschen

SPD-Innenexperte Stefan Schuster: Mehr Personal im Streifendienst statt Reiterstaffel - Bayerische Polizistinnen und Polizisten schieben Millionen Überstunden vor sich her - Spezialkräfte gegen Cyperkriminalität schaffen

  • von  Team Schuster
    18.03.2019
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Der innenpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Stefan Schuster hat auf die immense Arbeitsbelastung der bayerischen Polizistinnen und Polizisten hingewiesen. Anlass ist die heute (18.03.2019) von Innenminister Herrmann vorgestellte Kriminalitätsstatistik. "Die positiven Zahlen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass unsere Polizeikräfte einen riesigen Berg an Überstunden vor sich herschieben", betont Schuster (2,4 Millionen im ersten Halbjahr 2018, siehe hier).

In diesem Zusammenhang kritisiert Schuster, dass die bayerische Polizei immer mehr Aufgaben von der Staatsregierung zugeteilt bekommt. So werden die Polizeikräfte beispielsweise vermehrt zur Grenzsicherung eingesetzt. "Das ist und bleibt Bundesaufgabe!", unterstreicht Schuster. "Es ist zwar löblich, dass die Polizeikräfte in Bayern generell aufgestockt werden, sie sollten aber auch für originäre Polizeiaufgaben in der Stadt und auf dem Land eingesetzt werden. Auch von dieser völlig unsinnigen Reiterstaffel sollte sich die Staatsregierung endlich verabschieden."

Schuster fordert zudem, den Bereich der Cyberkriminalität massiv auszubauen. „Wir brauchen hierfür zusätzliche und speziell ausgebildete Experten. Die Internetkriminalisten dürfen nicht einfach aus dem normalen Polizeidienst herausgeschnitten werden." Wie wichtig dieser Bereich ist, zeigt der aktuelle Fall eines Tatverdächtigen mit verübten 105 Mordversuchen. Der Mann hatte von Bayern aus über das Internet junge Mädchen und Frauen unter Vorspiegelung eines Job-Angebots zu potenziell tödlichen Selbstversuchen mit Strom überredet. "Bei der Internet-Krminalität geht es aber auch darum, die Bürgerinnen und Bürger vor Betrügern und Abzockern sowie Datendieben und Erpressern zu schützen", so Schuster.